Samstag, 27. Juli 2013

Moon Duo Das Gestern im Heute

Moon Duo auf der Dachterrasse des Museum Ludwig Foto: Weber
Schweineorgeln im Weltall: Das Moon Duo aus San Francisco rockt auf dem Dach des Museums Ludwig. Und pflanzt dabei mit schöner Wucht das Gestern ins Heute. Nicht nur die Fan-Gemeinde war beeindruckt, auch der Dom hat gegrinst — glauben wir.
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Köln.  Um halb neun weiß der Hohe Dom zu Köln noch nicht, was ihm in den nächsten anderthalb Stunden blühen wird. Weil das Kleinod gotischer Baukunst aber im Laufe der Jahrhunderte allerhand erlebt hat, kann man davon ausgehen, dass die Kathedrale ziemlich schnell Bescheid wusste, was Sache ist. Und Ripley Johnson und seine Lebensgefährtin Sanae Yamada, die beim Moon Duo zugleich auch seine Musikgesellin ist, machen es dem altehrwürdigen Gemäuer auch leicht. Verstärkt durch einen Schlagzeuger, der beim Trommeln mehr als einmal an „Animal“ aus der „Muppet Show“ erinnert, gilt beim Moon Duo aus San Francisco vom ersten Song an das Motto „Es kommt die Zeit, da will die Säge sägen“.
Und so geht’s nach anderthalb Takten von „Sleepwalker“, zu finden auf der aktuellen Schallplatte „Circles“, gleich in die Vollen. Mit Gitarrenbreitseiten. Mit einem niedlichen Moog-Synthesizer. Mit Schweineorgeln aus dem Weltraum. Und mit einer Garnitur aus repetitiven Mustern, die eine große Portion Wuchtbrummigkeit mit einer ebensolchen Dosis Melodien kombiniert. In der Dampfsauna des Drogenrocks, die – den findigen Veranstaltern vom „King Georg“ sei großer Dank –  für ein Konzert lang auf die Dachterrasse des Museums Ludwig verlegt wurde und daher mit dem majestätischen Dom-Ambiente ausgestattet ist, halten es Frau Yamada an den Tasten und Herr Johnson an der Gitarre gut und gerne lange aus. Vom Krautrockkuchen schöpfen sie elegant die Sahne ab, das Gestern wird konsequent ins Heute gepflanzt, und Johnson parkt seine immer leicht benebelten Vocals zwischen dröhnendem Space- und bekifftem Psychedelic-Rock.
Mit Ausdauer, Präzision und unbedingt stoisch spielen sich die drei vom Moon Duo durch die Songs, und spätestens bei „When You Cut“, einem Lied vom Debütalbum „Mazes“, ist die Open-Air-Gemeinde kollektiv beeindruckt: So souverän und ausdauernd muss man sich bei einem Drei-bis-vier-Akkorde-Rodeo erst einmal im Sattel halten. Prima Konzert vor einer famosen Kulisse – und dass der Dom sich um kurz vor zehn einen über beide Türme gegrinst hat, ist natürlich keine Einbildung. Sondern nichts als die reine Wahrheit. Fragen Sie ruhig den Mond, der hat’s auch gesehen.

So, das war die Rezension des Konzerts im Kölner Stadt-Anzeiger, dem ich eigentlich nichts hinzuzufügen habe Es war einfach großartig!! Ich bin die ganze Zeit auf- und abgehüpft (trotz schweisstreibender Temperaturen), was ich am nächsten Tag sehr wohl gespürt habe, besonders in den Knien, die leider nicht mehr die neuesten sind. Egal, das muss es einem wert sein.
Und hier noch ein privates Foto vom Event:

 

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